Samtgemeinde Thedinghausen

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Stand & Entwicklung

Das Klärwerk Eißel war nach der Fertigstellung 1976, unter Berücksichtigung der damaligen Bemessungsgrundsätze, auf eine biologische Grundreinigung von 48.000 Einwohnergleichwerten ausgelegt.

( Der Einwohnerwert ist die Summe aus Anzahl der Einwohner und Einwohnergleichwerten. Ein Einwohnergleichwert ist ein Umrechnungswert aus dem Vergleich von gewerblichen oder industriellem Schmutzwasser mit häuslichem Schmutzwasser, ermittelt aus dem täglichen Anfall an Schmutzwasserbelastung. Ein Einwohnergleichwert entspricht dem biochemischen Sauerstoffbedarf in 5 Tagen (BSB5) von 60 Gramm Sauerstoff/Tag; der BSB5, ist ein Maß für die organisch biologisch abbaubare Belastung des Abwassers. )

Da die Anschlußdichte in den Samtgemeinden nur in Abhängigkeit vom Baufortschritt des damals im Aufbau befindlichen Kanalnetzes zunehmen konnte, wurde vorerst auf den Bau einer mechanischen Abwasservorklärung verzichtet, um die biologische Stufe nicht zu unterlasten.

Fast zeitgleich in die Planungsphase einer nunmehr notwendigen mechanischen Abwasservorklärung, wurde den entsorgungspflichtigen Gemeinden, aufgrund von gesetzlichen Vorgaben, die Entsorgung von Fäkalschlämmen auferlegt.

Der Planungsumfang wurde um diese Forderung erweitert. Das Ergebnis: Der Bau einer konventionellen Vorklärung für die Rohabwasserbehandlung und der Bau einer Flotationsanlage für die Überschußschlammeindickung sowie die Mitbehandlung des angelieferten Fäkalschlammes fand die Zustimmung durch die Verbandsversammlung. 1986 war die Inbetriebnahme dieser als Kombinationsbecken mit integriertem Maschinenhaus und separaten Fäkalschlammsilo ausgeführten Baumaßnahme.

Da die Lagerkapazität für Flüssigschlamm im umfunktionierten Trocknungs- und Kompostierungsbeet längst nicht mehr ausreichte und die Zwischenlagerung von gepresstem Klärschlamm auf unbefestigten Flächen nicht mehr genehmigungsfähig war, wurde 1987 ein Faulschlammsilo mit Verladepumpwerk gebaut.

Eine Qualitätsverbesserung des an die Landwirtschaft abgegebenen Faulschlammes konnte durch den Einbau einer Schwimmschlammrechenanlage 1988 erreicht werden.

Das gestiegene Umweltbewusstsein und aktuelle Ereignisse führten zu einer gesetzlichen Verschärfung der Parameter des gereinigten Abwassers. Zusätzlich zu einer Verschärfung der biologischen Grundreinigung wurde den Klärwerksbetreibern eine weitgehende Nährstoffelimination von Stickstoff und Phosphat auferlegt.

Diese Forderung wird realistisch, wenn man weiß, dass gereinigte Abwässer aus Klärwerken unter Umständen einen höheren Anteil an Stickstoff und Phosphatverbindungen haben können, wenn keine dritte Reinigungsstufe vorhanden ist. Der in den Vorfluter gelangende Ammoniumstickstoff wird dort, insbesondere bei erhöhten Wassertemperaturen, zum größten Teil in die Nitratform überführt, wobei der benötigte Sauerstoff dem Wasser entzogen wird und zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Vorfluter führt.

Darüber hinaus spielen Stickstoffverbindungen neben Phosphaten eine entscheidende Rolle für das Algenwachstum in den Vorflutern (Sekundärverschmutzung).

Anfang 1989 fanden durch die Verbandsversammlung erste Beratungen über den Umfang der Klärwerksmodernisierung, zwecks Anpassung an die gesetzlichen Vorgaben, statt. Es folgten die Planungs- und Genehmigungsphasen und, im Dezember 1993, der Baubeginn.

Die Tatsache, dass das nach heutigen Bemessungsgrundsätzen geplante, modernisierte Klärwerk nach Fertigstellung, einschl. der alten biologischen Stufe, eine Auslegung für 41.000 Einwohnergleichwerte hat, macht deutlich, welche Bemühungen heute für einen zeitgemäßen Umweltschutz notwendig sind.

Grob strukturiert, setzt sich diese Klärwerkserweiterungsbaumaßnahme aus drei Losen zusammen.

Los 1: Betriebsgebäude mit Zentralwarte, Labor- und Sozialräumen, Maschinenhalle

Los 2: Maschinelle Schlammentwässerung (Zentrifuge) mit Schlammlagerplatz

Los 3: Biologische Stufe mit Abwasserausgleichssilo und Zwischenpumpwerk

Als Abwasserreinigungsverfahren kommt das "TRI-CYCLE-VERFAHREN" zum Einsatz. Es handelt sich um ein Reinigungsverfahren mit vermehrter biologischer Phosphorelimination und biologischer Stickstoffentfernung über zyklisch versetzte Nitrifikations- und Denitrifikationsphasen.

Die biologische Phosphatrücklösung durch die Bakterienmasse erfolgt in einer anaerob betriebenen, ringförmigen Kaskadenanlage, die zentrisch um das Abwasserverteilerbauwerk angeordnet ist.

Die biologisch vermehrte Phosphataufnahme durch die Bakterienmasse erfolgt in den aerob betriebenen Belebungsbecken unter der Voraussetzung, dass die Bakterienmasse diesen zonalen Wechsel (anaerob zu aerob) kontinuierlich unterzogen wird.

Bei Phosphatgrenzwertüberschreitungen im gereinigten Abwasser wird biologisch nicht aufgenommenes Phosphat durch Dosierung von wahlweise Eisen- oder Aluminiumsalzen chemisch gefällt.

Die Stickstoffentfernung geschieht in den Belebungsbecken, in denen auch die biologische Grundreinigung stattfindet, in zwei Stufen.

In der ersten Stufe wird unter Anwesenheit von gelöstem Sauerstoff (aerobe Bedingungen) durch die Bakterienmasse der Stickstoff, der im ungereinigten Abwasser überwiegend als Ammonium vorliegt, über die Zwischenstufe Nitrit zu Nitrat oxidiert. Dieser Verfahrensschritt wird als Nitrifikation bezeichnet.

In der zweiten Stufe erfolgt unter Ausschluss von gelöstem Sauerstoff (anoxische Bedingungen) durch die Bakterienmasse die mikrobielle Spaltung des Nitrates in gasförmigen Stickstoff, der aus dem Belebungsbecken entweichen kann und in Sauerstoff, den die Bakterienmasse für ihre Stoffwechselvorgänge benötigt. Dieser Verfahrensschritt wird als Denitrifikation bezeichnet.

Durch dieses wirtschaftliche Verfahren wird Belüftungsenergie zurückgewonnen. Die Prozeßstabilität dieses Behandlungsschrittes wird durch ein vorgeschaltetes, hydraulisch bewirtschaftetes Abwasserausgleichssilo erhöht.

Es ist beabsichtigt, ca. 75 % des zu reinigenden Abwassers über die neue und ca. 25 % des zu reinigenden Abwassers über die umgerüstete, alte biologische Stufe zu reinigen.

Der mechanische Abwasserbehandlungsbereich wurde mit einer Abluftbehandlungsanlage (Biofilter) versehen.

Die Schlammbehandlung (Primär- und Sekundärschlamm) wird in dem vorhandenen Faulbehälter und Nacheindicker betrieben. Dieses Verfahren stellt, gerade aus heutiger Sicht, ein wirtschaftliches Verfahren dar, weil es energiearm arbeitet und zur Verminderung und zur Entwässerbarkeit der Faulschlammengen beiträgt.

Der anfallende Faulschlamm wird in der Vegetationszeit in der Hauptsache flüssig an die Landwirtschaft abgegeben. In der Vegetationsruhezeit wird er mit der neuen Pressenanlage ausgepresst und bis zur Nutzung zwischengelagert.

Das anfallende Biogas wird in dem eigenen BHKW zu Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird ins Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird zur Beheizung der Betriebsgebäude und des Faulturmes genutzt.

Durch die 1995 errichteten verbandseigene 270 KW-Windkraftanlagen wird schon eine alternative Energieerzeugungsanlage genutzt.

In den Jahren 1995 bis 1998 sind im alten Klärwerksanlagenbereich, insbesondere an den Bauwerken, umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt worden.

Im technischen Bereich wurden die Zulaufrechenanlage, das Faulreaktorpumpwerk und das Hochwasserpumpwerk erneuert.

Im Jahre 2004/2005 wurde die Kläranlage um eine dritte Nachklärung erweitert. Dies wurde nötig weil die Abwassermenge in den letzen Jahren stark gestiegen war. Durch die hohe Abwassermenge waren die alten Nachklärungen hydraulisch überlastet. Dies führte zu einer Verschlechterung der Reinigungsleistung der Kläranlage und eine Erweiterung wurde notwendig. In diesem Bauabschnitt wurde eine Nachklärung gebaut. Die Verteilung des Abwassers auf die Nachklärungen geändert und das Prozessleitsystem erneuert.

Die zentrale Schaltwarte des Klärwerkes ist mit einem Betriebsleitsystem ausgerüstet worden. Das System wird am Bildschirm kontrolliert (Prozeßvisualisierung), Informationen können abgefragt, Sollwerte verändert und Diagnosen gestellt werden.

Die Bedienungsmöglichkeiten erlauben einen schnellen Durchgriff bei Prozeßumstellungen oder Störungen und liefern über ein integriertes Datenerfassungssystem Betriebsdatenprotokolle, Wartungsanweisungen und Langzeitarchivierung. Autarke Automatisierungssysteme regeln, steuern, überwachen und melden das Prozeßgeschehen.

Vom Anbeginn hat der Abwasserzweckverband, losgelöst von vergleichbaren Betrieben, sowohl im Verwaltungs- als auch im technischen Bereich eine äußerst sparsame Personalpolitik betrieben.

Die Zusammenarbeit zwischen Verbandsvorstand, Verbandsversammlung und Personal ist traditionell auch quer durch die Parteien problemorientiert und von Vertrauen geprägt.

In den zurückliegenden Jahren hielt die Leistungsfähigkeit des Klärwerkes Eißel Schritt mit den notwendigen Anforderungen an den Umweltschutz.

Dieses ist auch weiterhin erklärtes Ziel des Abwasserzweckverbandes Thedinghausen/Bruchhausen-Vilsen.

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Bioland Hof Böse-Hartje, Thedinghausen, Veranstalter: Verein Öko-Regio e.V

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"Alte Remise" beim Erbhof Thedinghausen, Veranstalter: Heimatverein der Samtgemeinde Thedinghausen

So, 19.09.10, 14 - 15:30 Uhr
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St. Andreas Kirche zu Riede, Veranstalter: Verein der Gästeführerinnen im Landkreis Verden e.V.

Sa, 25.09.10 - So, 26.09.10
750 Jahr-Feier Ge­meinde Em­ting­hau­sen/­Bahlum
Mühle Emtinghausen, Veranstalter: Gemeinde Emtinghausen, Dorfverein Emtinghausen/Bahlum, Schützenverein Emtinghausen

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